Schild auf Demo: Keine Rendite mit der Miete

Der Wohnungsmarkt ist aktuell so angespannt wie nie. Für immer mehr Menschen wird eine gute Wohnung nah an ihrem Arbeitsplatz unbezahlbar. Über 21% der Deutschen sind von Wohnarmut betroffen, das heißt sie müssen so viel ihres Einkommens für die Miete ausgeben, dass sie unter die Armutsgrenze fallen – Tendenz steigend.

Gleichzeitig nutzen Eigentümer und Großinvestoren Immobilien als Wertanlage. Eine Methode ist der spekulative Leerstand. Als spekulativ wird Leerstand bezeichnet, wenn Wohnungen trotz Nutzungsmöglichkeit nicht vermietet werden, weil die Eigentümer auf mehr Profit spekulieren. So kommt Angebot künstlich verknappt, um die Situation weiter anzuheizen. Häufig werden auch Mieter*innen gezielt zum Auszug gedrängt, da Leerverkauf, Sanierung und Neuvermietung die Rendite deutlich erhöhen. Allein in München stehen 22.000 Wohnungen dauerhaft leer, die dringend gebraucht werden. Dies geschieht auf Kosten aller. Dabei ist eine gute und bezahlbare Wohnung ein Menschenrecht, was allen zusteht.

Wir als Linke im EU-Parlament fordern: Bis 2030 soll jeder Mensch in einer Wohnung leben können. Es braucht einen europäischen Plan für öffentlichen und sozialen Wohnungsbau mit 30 % Sozialwohnungen in Neubaugebieten und 40 % in Gebieten mit hoher Nachfrage. Zudem muss die Beteiligung spekulativer Finanzakteure am Wohnungsmarkt deutlich eingeschränkt werden. Ein europaweites Transparenzregister für Immobilientransaktionen ist notwendig, um der wachsenden Marktmacht von Investmentfonds im Wohnungssektor wirksam entgegenzutreten.

 

Themen – kurz und knapp

Gegen Airbnb vorzugehen heißt die Mieten vor Ort zu senken. Wohnungen, die auf Kurzzeitvermietungsplattformen wie Airbnb angeboten werden, stehen dem Wohnungsmarkt nicht zur Verfügung. Dadurch fehlen Wohnungen, die langfristig vermietet werden können. Damit sich alle wieder die Miete ihrer Wohnung leisten können, setzt sich Die Linke im Europaparlament für eine konsequente Regulierung von Kurzzeitvermietungsplattformen ein.

Wohnen ist Menschenrecht und kein Spekulationsgut. Mehr als 60% aller angemeldeten Wohnungen auf Airbnb verfolgen ein unternehmerisches Ziel. Wir müssen diejenigen regulieren, die mit Wohnraum spekulieren und diejenigen schützen, die lange darin wohnen wollen. Im EU-Parlament haben wir es geschafft ein Gesetz zur Regulierung von Kurzzeitvermietung auf den Weg zu bringen. Airbnb und Co. sind nun dafür verantwortlich, dass alle Angebote auf ihrer Plattform eine gültige Registrierungsnummer von einer lokalen Behörde aufweisen. So erhalten Kommunen eine bessere Kontrolle über Kurzzeitvermietungen und können gegen Nichteinhaltung vorgehen. Im Europaparlament setzen wir uns weiter für eine Wohnungsmarktpolitik für die Menschen ein.

Airbnb Martin Schirdewan Mieten Mietpreise Wohnungsmarkt Wohnungsnot

Aktuelle Beiträge zum Thema

Zum heute veröffentlichten Jahresbericht der EU-Grundrechteagentur zur Wohnungskrise erklärt Martin Schirdewan, Vorsitzender der … weiterlesen "Perverses Geschäft mit dem Grundrecht auf Wohnen beenden"
Zur informellen EU-Ministerkonferenz zum Thema Wohnen vom 11.-12.05. in Zypern erklärt Martin Schirdewan, Vorsitzender der Linksfraktion im … weiterlesen "Falscher Fokus bei EU-Ministerkonferenz zu Wohnen"
Zu der anstehenden Plenarabstimmung des Berichts über die Wohnraumkrise erklärt Martin Schirdewan, Ko-Vorsitzender der Fraktion The Left, … weiterlesen "EU-Wohnungsbericht schützt Investoren statt Mieter:innen"
Zur heutigen Abstimmung des Abschlussberichts im Wohnungsausschusses (HOUS) erklärt Martin Schirdewan, Ko-Vorsitzender der Linksfraktion im … weiterlesen "Housing-Bericht: Keine Verbesserung für Mierter:innen"

Unsere Schwerpunkte