Trump-Xi-Treffen: Die EU zwischen Abhängigkeit und Bedeutungslosigkeit
„Neben viel Tamtam zeigt das Treffen zwischen Trump und Xi vor allem eines: Wenn die zwei Weltmächte verhandeln, geht es nicht nur um Inszenierung, sondern um die Neuaufteilung globaler Macht und wirtschaftlicher Interessen.
China und die USA verhandeln trotz aller Rivalität über Handel, Einfluss und globale Ordnung. Die EU dagegen bleibt strategisch planlos: Statt eigenständig zu handeln, unterschreibt sie Erpressungsabkommen mit den USA und schafft es bis heute nicht, das umfassende Investitionsabkommen mit China zu ratifizieren. Während die großen Mächte ihre Interessen verhandeln, wird Europa zum Zuschauer und Verlierer degradiert.
Es ist höchste Zeit, dass Ursula von der Leyen in den kommenden Verhandlungen nicht als Interessensvertreterin großer EU-Konzerne auftritt, sondern als Präsidentin der Europäischen Kommission die Interessen der Bürgerinnen und Bürger Europas in den Mittelpunkt stellt. Sie täte gut daran, europäische Interessen selbstbewusst zu vertreten, anstatt sich von Donald Trump unter Druck setzen zu lassen. Europa darf weder zum Juniorpartner Washingtons noch zum bloßen Zuschauer einer neuen Weltordnung werden.“

