Wohnkrise: Zivilgesellschaft liest der Kommission ihre Leviten
Zur europäischen Bürgerinitiative zum Recht auf Wohnen, die am Montag, den 14. September von „HouseEurope!“ gestartet wird, erklärt Martin Schirdewan, Vorsitzender der Linksfraktion im Europaparlament und Mitglied im Wohnausschuss (HOUS):
„Europa hat nicht zu wenig Immobilien, sondern zu wenig bezahlbaren Wohnraum. Während Millionen Menschen sich ihre Miete nicht mehr leisten können, stehen Wohnungen und Büros leer und dienen als Spekulationsobjekt. Es ist richtig, dass HouseEurope! mit der neuen Europäischen Bürgerinitiative den Druck auf die EU-Kommission erhöht, endlich zu handeln.
Wir brauchen einen europaweiten Überblick darüber, wo Wohnungen leer stehen und dem Wohnungsmarkt entzogen werden. Ein Großteil der Wohnungen in der EU müssen energetisch saniert werden. Es kann aber nicht sein, dass diese Kosten auf die Mieter:innen umgelegt werden. Sanierungen dürfen nicht zum Vorwand für höhere Renditen werden. Sie dürfen nicht dazu führen, dass Menschen wegen steigender Mieten aus ihren Wohnungen verdrängt werden. Umbau und Sanierung müssen Vorrang vor unnötigem Abriss bekommen.
Wohnen ist ein Menschenrecht und kein Finanzprodukt. Das bedeutet im Notfall auch die Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne. Es geht darum, dass Wohnen EU-weit wieder bezahlbar wird. Deshalb unterstütze und unterzeichne ich die Europäische Bürgerinitiative von HouseEurope! und rufe dazu auf, sich ebenfalls daran zu beteiligen.“

