Keine Zukunft für „Ewigkeitschemikalien“ im Wasser
Zur morgigen Abstimmung zu den Richtlinien zu Schadstoffen in Oberflächen- und Grundwasser, erklärt Martin Günther, Abgeordneter für Die Linke im Europaparlament und Mitglied in den Ausschüssen ENVI und ECON:
„Ich werde morgen für die Einigung zwischen Parlament und Rat stimmen, bin jedoch bereits jetzt vom endgültigen Richtlinientext enttäuscht. Positiv ist zwar die Einführung einer verpflichtenden Beobachtungsliste für Grundwasser, mit der besonders besorgniserregende Stoffe identifiziert und künftig reguliert werden können. Gleichzeitig hat der Rat jedoch die Grenzwerte für PFAS abgeschwächt, die Umsetzungsfristen verlängert und strengere Regelungen zur Herstellerverantwortung gestrichen – also genau jene Maßnahmen, die sichergestellt hätten, dass die Verursacher und nicht die Steuerzahler für die Sanierung aufkommen.
In Deutschland ist das Ausmaß der PFAS-Belastung alarmierend: Hunderte Trinkwasserquellen sind betroffen, mehr als 1.500 Standorte gelten als kontaminiert, und viele Gemeinden – etwa in der Nähe ehemaliger Militärflugplätze und Industriestandorte – leben seit Jahren mit einer bekannten Belastung. Bislang wurde nur etwa ein Prozent der vermuteten Fälle saniert, und die Kosten dürften sich auf Milliarden summieren.
Diese Richtlinie hätte ein klares Signal senden müssen, dass sogenannte ‚Ewigkeitschemikalien‘ in unserem Wasser keinen Platz haben. Stattdessen liegt nun ein Kompromiss vor, mit dem die chemische Industrie gut leben kann.“


