GMOs: Transparenz sollte Verbraucherrecht sein
Die morgige Abstimmung zu mit bestimmten neuen genomischen Techniken erzeugten Pflanzen kommentiert Martin Günther, Mitglied des ENVI-Ausschusses, wie folgt:
„Es ist grundsätzlich schon ein Skandal, dass wir gentechnisch veränderte Lebensmittel auf den Tisch bekommen. Jetzt soll den Verbraucher:innen auch noch diese Transparenz genommen werden.
Damit übernimmt Europa das US-amerikanische Frankenfood-Modell. Dabei war Transparenz bislang ein wesentlicher Vorteil des europäischen Lebensmittelmarktes. Transparenz sollte Verbraucherrecht sein.
Mit dieser Entscheidung wird die Macht von Biotechnologiekonzernen weiter gestärkt, während Landwirte zunehmend die Kontrolle über Saatgut und Lebensmittelproduktion verlieren. Innovationen in diesem Bereich sollten dazu beitragen, Biodiversität und Ernährungssouveränität zu schützen. Sie sollen nicht in erster Linie die Gewinne großer Unternehmen auf Kosten der Allgemeinheit steigern.“
Hintergrund:
Der Text der Kommission wurde am Montag im ENVI-Ausschuss bestätigt. Die Fraktionen EPP und Renew haben gemeinsam mit ECR und PfE gegen die Zurückweisung des Kommissionsvorschlags gestimmt. Somit haben die Mitte-rechten und Rechten im Parlament mehrheitlich die Chance blockiert, den Kommissionsvorschlag zurückzuweisen oder wenigstens zu verbessern.

