Strompreise machen arm – Netzpaket der EU-Kommission greift zu kurz

Zum Ausgang des Energierates erklärt Martin Günther, Mitglied von Die Linke im Europaparlament und Mitglied des ENVI-Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz und Lebensmittelsicherheit:

„Die Pläne der EU-Kommission greifen zu kurz. Wann regiert die EU-Kommission endlich angemessen auf den Fakt, dass Millionen Menschen in der EU in Energiearmut leben? Die Haushaltsstrompreise im ersten Halbjahr 2025 lagen deutlich über dem Vorkrisenniveau – mit Deutschland als teuerstem Land Europas.

Der politisch gewollte, liberalisierte Energiemarkt hat europäische Beschäftigte und ihre Familien im Stich gelassen. Zudem bleiben die Gas- und Strompreise für die europäische Industrie zwei- bis viermal höher als bei den wichtigsten Handelspartnern.

Die Energiepolitik in der EU muss sich grundsätzlich ändern. Der Bericht zur Lage der Energieunion machte jüngst deutlich, dass die starke Abhängigkeit von teuren fossilen Energieimporten für die hohen Strompreise verantwortlich ist, die 2024 fast 375 Milliarden Euro erreichten. Statt weiterhin teure fossile Energien direkt und indirekt zu subventionieren, braucht es den Ausbau der erneuerbaren Energien, eine grundlegende Reform des Strommarktdesigns sowie eine umfassende Umstrukturierung auf Basis öffentlicher Eigentümerschaft und demokratischer Kontrolle der Energiesysteme.“