EU-Afrika-Gipfel: Enge Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Zum momentan stattfindenden EU-Afrika-Gipfel erklärt der Linke Europaabgeordnete Martin Günther, Mitglied der EP-Delegation zum Pan-Afrikanischen Parlament: „Wir brauchen eine Neubegründung in den Beziehungen der EU mit den Ländern Afrikas. Frieden, Gerechtigkeit und Klimagerechtigkeit lassen sich nur gemeinsam erreichen.“

„Die EU-Staaten, auch Deutschland, müssen Verantwortung für ihre Geschichte übernehmen: Der Kolonialismus hat in Afrika tiefe Wunden hinterlassen. Ohne Anerkennung und ehrliche Aufarbeitung dessen werden Reden von vertiefter Zusammenarbeit leere Worthülsen bleiben. Dies bedeutet auch, dass Wiedergutmachung an vielen Stellen unerlässlich ist. Viele Kreditbelastungen afrikanischer Staaten sind kein Zufall des Marktes, sondern ein strukturelles Erbe des Kolonialismus. Ihr Erlass ist nicht nur ein Gebot der historischen Verantwortung, sondern auch der ökonomischen Vernunft, um eine nachhaltige Wirtschaft zu erreichen – ein Punkt, der in die wirtschaftspolitische Agenda des 7. EU-Afrika-Gipfels aufgenommen werden sollte.

Eine wirkliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe, also Dekolonisierung, erfordert, dass Afrika eigene Wertschöpfungsketten gestalten kann und seine Ressourcen und Rohstoffe in eigene nachhaltige Entwicklung verwendet, anstatt sie ohne Mehrwert zu exportieren.“

„Nur gemeinsam können wir wirksam der drohenden Klimakatastrophe etwas entgegensetzen, unter deren Auswirkung besonders Menschen mit geringen und mittleren Einkommen in Europa und Afrika leiden werden. Europa hat seinen Wohlstand auf Kosten des Planeten aufgebaut. Der 7. EU-Afrika-Gipfel sollte die Klimazusammenarbeit auf eine neue Stufe heben, wir brauchen faire Finanzierungsmechanismen. Keinesfalls dürfen neue Formen der Abhängigkeit entstehen.“