Abschaffung der Zeitumstellung
Die Mitgliedstaaten der EU konnten sich bislang nicht darauf einigen, ob künftig dauerhaft die Sommer- oder die Winterzeit gelten soll. Das liegt auch daran, dass die Auswirkungen je nach geografischer Lage unterschiedlich wären.
Ein Beispiel: Im Osten Polens geht die Sonne im Juni während der Sommerzeit bereits gegen 4:30 Uhr auf. Bei einer dauerhaften Winterzeit wäre es sogar schon um 3:30 Uhr hell. Im Westen Spaniens hingegen wird es im Dezember mit der derzeitigen Winterzeit erst gegen 8:30 Uhr hell. Bei einer dauerhaften Sommerzeit würde die Sonne dort erst gegen 9:30 Uhr aufgehen. Deshalb bevorzugen östlich gelegene Mitgliedstaaten eher eine dauerhafte Sommerzeit, während westliche Länder tendenziell die Winterzeit befürworten.
Zuletzt wollten Abgeordnete im Oktober 2025 von Kommission und Rat wissen, warum es noch immer keine Antwort auf den Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürger gibt, die saisonale Zeitumstellung in Europa abzuschaffen. Denn bereits im März 2019 hatte das Europäische Parlament dafür gestimmt, die halbjährliche Umstellung zwischen Sommer- und Winterzeit bis 2021 zu beenden. Vorausgegangen war eine öffentliche Konsultation der Europäischen Kommission, an der sich 4,6 Millionen Menschen beteiligten. Das Ergebnis war eindeutig: 84 Prozent sprachen sich für ein Ende der Zeitumstellung aus.
Ziel der bisherigen Verhandlungen ist eine EU-weite Einigung auf eine einheitliche Regelung. Die Linke spricht sich hingegen dafür aus, den Mitgliedstaaten die Möglichkeit zu geben, ihre Zeitzone selbst zu wählen.
Für Deutschland befürwortet Die Linke die Einführung einer dauerhaften Sommerzeit. So könnte die Zeitumstellung abgeschafft werden, ohne dass Deutschland seine Entscheidung von einer gemeinsamen Festlegung aller EU-Mitgliedstaaten abhängig machen muss.

